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Kriminalität und strafrechtliche Sozialkontrolle von MigrantInnen (Arno Pilgram)

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Auf eine "insgesamt überdurchschnittlich und zunehmend punitive Reaktion" der Justiz auf Kriminalanzeigen gegen ausländische Staatsangehörige macht Arno Pilgram in seinem Beitrag über "Kriminaliät und strafrechtliche Sozialkontrolle von MigrantInnen" aufmerksam. 

Zwei grobe Indikatoren würden dies belegen. Pilgram: "Die Quote gerichtlich verurteilter pro 100 angezeigter Personen ist bei AusländerInnen höher, ebenso die durchschnittliche Zahl der Hafttage pro verurteilter Person." Auf einen verurteilten ausländischen Staatsbürger kommen heute im Durchschnitt drei Haftmonate (109 Tage), bei Einheimischen nur zwei (66 Tage). Bei AusländerInnen steigt die Kurve der Verurteilten und Inhaftierten steiler an als die der Tatverdächtigen, während dies bei Österreichern umgekehrt ist. 

"In Österreich lebende und regulär arbeitende ausländische StaatsbürgerInnen und deren Angehörige weisen eine ÖsterreicherInnen vergleichbare Kriminalitätsanzeigenbelastung auf, sofern man die ungleiche Verteilung nach Alter, Geschlecht und sozialer Lage berücksichtigt", schreibt Opelka. "Kriminalität ist eine alltägliche Erscheinung und geschieht großteils durch integrierte, sozialisierte (...) Personen mit vielfältigem und funktionierenden sozialen Beziehungen. Kriminalität hat mehr mit kritischen Situationen als mit einer grundlegenden Eigenart von Personen zu tun", so Pilgram. 

Der Autor weist nach, dass gerichtliche Verurteilungen verbreiteter als angenommen sind. 250.000 Personen sind im Strafregister als gerichtlich verurteilt eingetragen, 220.000 davon mit Wohnort Inland. Bei rund 40% der jährlich über 40.000 Verurteilten bleibt es bei einem einigen aktenkundigen "Sündenfall". Pilgram: "Hier summieren sich die Zahlen bei einer längerfristigen Betrachtung leicht auf eine Million oder etwa ein Siebtel der strafmündigen Bevölkerung bzw. fast ein Fünftel ihres männlichen Parts."

"Kulturelle Differenzen sind diskursiv zu bearbeiten, nicht zu übergehen, nicht aus einer Position der Vorherrschaft zu entscheiden, sondern mit Achtung anderer Traditionen und Wissen um Diversitätsgewinne", schließt Pilgram.

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