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Bildungsbeteiligung und Bildungschancen - Sprachkompetenzen (Inci Dirm, Paul Mecheril)

Lupen

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Über migrationsbedinten sprachlichen Wandel und die Formen migrationsspezifischen Sprachgebrauchs schreibt Inci Dirim in Ihrem Beitrag über "Bildungsbeteiligung und Bildungschancen - Sprachgebrauch". Wie wichtig Untersuchungen auf diesem Gebiet sind, zeigt eine Statistik für die österreichische Bundeshauptstadt: 48% der VolksschülerInnen in Wien sprechen eine andere Erstsprache als Deutsch. 

Das hat Einfluss auf den Sprachgebrauch. Merkmale eines ethnolektalen, also auf eine bestimmte ethnische Gruppe verweisenden Deutschgebrauchs sind der Wegfall der Objektmarkierung im Akkusativ, die Verwendung anderer Präpositionen, als im Standard- bzw. umgangssprachlichen Deutsch üblich, eine kurze Syntax, (...) der Einsatz einer bestimmten Satzmelodie und der Transfer türkischer Wörter und Äußerungsteile ins Deutsche. Dafür führt die Autorin auch ein Beispiel aus einer Bremer Schule an. Auf die Aufforderung "Gib mir Lineal!" folgte die Antwort: "Das heißt nicht gib mir Lineal! Das heißt gib mir bitte Lineal".

In Bezug auf SchülerInnen mit Migrationshintergrund heiße es selbst in wissenschaftlichen Studien nicht selten, dass ihr "Sprachvermögen" gering sei. "Dass damit nicht Sprachkompetenz an sich, sondern das Vermögen dieser Schüler, die legitime Sprache zu sprechen, gemeint ist, wird unterschlagen, und so werden, gelegentlich au im wissenschaftlichen Diskurs, Machtverhältnisse bekräftigt statt aufgeklärt", schreibt Dirim.